Samstag, September 21, 2019
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1965

Der im Jahre 1951 gegründete Heimatverein Bilker Heimatfreunde zählte in seinen Reihen als Mitglieder eine große Anzahl Schützen und Karnevalisten. Das bewährte sich besonders an den alljährlich gemeinsam durchgeführten Heimatabenden am Schützenfestsamstag und an der im Februar vor Karneval von den Bilker Schützen, der Bürgerwehr und den Bilker Heimatfreunden unter dem Namen „BBB“ veranstalteten Karnevalssitzung im Fleher Hof, die bald ein Begriff für Bilk wurde.

Dieses erfreuliche Zusammen­spiel weckte bei einigen Heimatfreunden den Wunsch, bei der Bürgerwehr aktiv mitzumachen und führte zwangsläufig auch zu der Idee, für das Bilker Schützenregiment eine eigene Kompanie zu gründen. Der von Schützenchef Jakob Faasen vorgetragene Wunsch, lieber einige schwache Kompanien durch je einige Kameraden zu verstärken, fand keinen Zuspruch.

So trafen dann am 25. März 1965 zweiundzwanzig Mitglieder des Hei­mat­vereins, die mit Ausnahme des Präsidenten Hermann Smeets alle keiner Schützengesellschaft ange­hörten, im Bürgerwehrkeller an der Neusser Straße zusammen, um über die Gründung einer neuen Kompanie zu beraten. Es waren dies die Heimat­freunde Willi Bellstedt, Willi Heinen, Franz Kersting, Franz Ketzer, Willy Lambertz, Albert Medzech, Leo Nawrath, Ernst Otto Purrmann, Hugo Sels, Hans Simon, Hermann Smeets, Otto Soth, Helmuth Spiekenheuer, Leo Spiralski, Heinz Scheren, Dieter Scheren, Alfred Schmidt, Willy Schumacher, Dr. Heribert Tacke, Theo Terhorst, Paul Theus und Herbert Vesper.

Es bestand schnell Einmütigkeit, und man beschloss das Schützenfest 1965 bereits im Festzug mitzumachen. Auch auf den im Festzug zu tragenden Festanzug konnte man sich schnell einigen. Blaues Jackett, graue Hose und grauer Strohhut. Es wurde ferner beschlossen, an den Festanzügen keine Orden oder Rangabzeichen zu tragen. Als Fahne sollte zunächst die Fahne des Heimatvereins vorangetragen werden. Als Page meldete Heinz Scheren seinen Sohn Jörg an.

Bevor die Kameraden am Schützenzug 1965 teilnahmen, äußerte Chef Jakob Faasen die Befürchtung, dass die geplante Uniform nicht schützengerecht sein könnte und er bat deshalb in eine Vorstandssitzung der Schützen zu kommen und dem Vorstand ein „Männeken in Uniform“, wie sich Jakob Faasen ausdrückte, zu präsentieren. Hermann Smeets ahnte, dass dann einige Kritik laut geworden wäre und ging deshalb selbst in unserem neuen Festanzug dorthin. Faasen gab seinem Vorstand die beabsichtigte Neugründung der Kompanie „Bilker Heimatfreunde“ bekannt und Hermann Smeets stolzierte auf der damals noch vorhandenen Bühne in der Martinsklause wie bei einer Modenschau hin und her, um sich den prüfenden Augen der Schützenobrigkeit zu stellen. Dass der Präsident des Heimatvereins selbst zur Vorstellung kam, irritierte die anwesenden Vorstände derart, dass es keine Einwände gab. Unser Festanzug war geboren.

Neunzehn Kameraden nahmen am Sonntag, dem 20. und Montag, dem 21. Juni 1965 im Festanzug erstmalig am Bilker Schützenzug teil, an der Spitze die Fahne des Heimatvereins, getragen vom ersten Fahnenträger Willi Heinen, und geführt vom ersten Hauptmann der Kompanie Franz Ketzer. Dieser erste öffentliche Auftritt unserer Gesellschaft fand große Beachtung und Anerkennung. Die „Rheinische Post“ schrieb unter anderem: „Schon die Einleitung an der Bilker Kirche, am Samstagabend, stand unter einem guten Stern. Mit dem Königsbataillon und den Fahnen des Regimentes unter Führung von Major Schmidt waren die Bilker Heimatfreunde mit Präsident Hermann Smeets und die Düsseldorfer Bürgerwehr unter ihrem Präsidenten, Exprinz Franz Ketzer dabei, als Chef Jakob Faasen zum Auftakt sprach.“ Die „Düsseldorfer Nachrichten“ brachten unter anderem den Satz: „Sah die Abordnung der Bilker Heimatfreunde nicht „staats“ aus, in ihren einheitlich blauen Jacken und den grauen Hüten?“

Im Laufe des Jahres stießen mit Hermann Hover und Georg Schulhoff zwei weitere neue Mitglieder zu uns.

1966

In der Festausgabe der Bilker Schützenzeitung hieß es in der Präambel: „Eine frohe Nachricht bereichert unser Fest. Die im vergangenen Jahr erstmalig am Festzug teilgenommene Abordnung der Bilker Heimatfreunde ist offiziell eine Schützengesellschaft geworden. Mit 26 Kameraden hat sie einen verheißungsvollen Anfang genommen. Wir begrüßen die neuen Kameraden mit ihrer Kompanie, die dem Schützenbataillon unter Major Willi Hallen zugeteilt wird, sehr herzlich.“

Was war geschehen? Am 25. März 1966 waren die Kameraden wiederum im Keller der Düsseldorfer Bürgerwehr zusammengekommen und hatten die Schützengesellschaft Bilker Heimatfreunde gegründet. Zum Kompanievorstand wurden gewählt: Hauptmann Franz Ketzer, stellvertretender Hauptmann Ernst Otto Purrmann, Kassierer Heinz Scheren sowie Schriftführer und Spieß Willy Schumacher. Als Kompanielokal wurde die Gaststätte „Im Dahlacker“ unseres Schützenkameraden Hugo Sels ausersehen.

Am 30. April trafen sich die Kameraden mit ihren Damen zu einem gemütlichen Familientreffen unter dem Motto „Mit Musik und guter Laune in den Mai“ im Vereinsheim des Kleingartenvereins am Räuscherweg.

Auf der Kompanieversammlung am 2. Juni wurden die letzten Vorbereitungen für das Bilker Schützenfest besprochen. Bei sämtlichen Veranstaltungen und Festzügen des Schützenfestes vom 18. bis 21. Juni war unsere Kompanie stets vollzählig vertreten. Beim Königsvogelschießen gab es bei unseren Kameraden große Aufregung. Nachdem die Platte gelöst und hochgesetzt war, holte eine Schießnummer vor unserem Kameraden Willy Lambertz die neue Majestät Fritz Frisch die Platte herunter. Das wäre wohl auch zu viel gewesen, wenn wir schon im ersten Jahr unseres Bestehens die Königswürde errungen hätten. Dafür schoss unter großem Jubel Willy Lambertz die Platte des St. Sebastianus Ehrenvogels herunter. Eine gute Schießleistung vollbrachte auch Alfred Schmidt, wurde er doch im Scheibenschießen Siebter von sämtlichen Schützen. Zum Ausklang des Schützenfestes kamen wir am „Spinne Mittwoch“ im Kompanielokal zusammen. Der Spieß hatte in seinem dicken Buch die Sünden der einzelnen Schützen während der vergangenen Festtage notiert, und das hohe Gericht fällte dann auch gerechte Strafen. Es gab viel Spaß!

Am 24. September fand unter starker Beteiligung in der Rheinhalle der Bilker Krönungsball statt.

Um einen Kompaniekönig zu küren, trafen wir uns am 1. Oktober in der Gaststätte Krewet in Himmelgeist. Nachdem das nötige „Zielwasser“ eingenommen war, blieb der Erfolg nicht lange aus. Die Platte des aufgesetzten Vogels holte Franz Ketzer, der also unser erster Kompaniekönig wurde. Am Abend fuhren wir zurück in unser Kompanielokal. Dort wurden wir von den anwesenden Frauen mit „Hallo“ begrüßt. Die Krönung wurde sofort am gleichen Abend vorgenommen, und nach einem guten Abendessen blieben wir bei Musik und Tanz noch einige Stunden fröhlich beisammen.

Am 21. Dezember trafen wir uns zu einer kleinen Vorweihnachtsfeier. Der Weihnachtsmann brachte für jeden eine neue Krawatte mit. Damit war das Jahr 1966 abgeschlossen.

1967

Das Jahr begann mit dem Titularfest in der St. Martins Kirche. Im Rahmen des Karnevals machten wir am Mittwoch, dem 25. Januar, bei Sels einen Kompanieabend, der einen besonders schönen Verlauf nahm.

Am Samstag, dem 20. Mai, fuhren wir ins Neandertal, um unseren diesjährigen Kompaniekönig auszuschießen. König wurde Hermann Hover, der mit einem gekonnten Schuss die Platte herunterholte. Der Krönungsball fand abends bei Sels statt.

Zum Beginn des Bilker Schützenfestes fand unter Mitwirkung unserer Kameraden am Samstag, dem 10. Juni, ein Heimatabend im Zelt statt. Beim sonntäglichen Schützenumzug wie auch am Montag waren die Kameraden vollzählig dabei. Bilker König wurde Manfred Bunk.

Der Krönungsball am 23. September in der Rheinhalle fand wieder unter starker Beteiligung unserer Kameraden statt.

Auf der Nikolausfeier am 6. Dezember im Vereinslokal gab es eine Überraschung. Obschon unsere Kasse noch sehr mager aussah, war eine Musikkapelle da und jeder Kamerad erhielt 5,- DM Verzehrgeld vom Kassierer Heinz Scheren, was er natürlich aus eigener Tasche bezahlte. Das war unser unvergessener Heinz Scheren.

1968

Das Jahr 1968 war für unsere Kameraden ein trauriges Jahr. Am 22. April starb unser geliebter Freund Heinz Scheren im Alter von nur 55 Jahren. Am 25. April wurde er in Anwesenheit aller Kameraden auf dem Südfriedhof zur letzten Ruhe gebettet. Wir werden ihn nicht vergessen.

Mit Kurt Monschau durften wir einen neuen Kameraden in unseren Reihen begrüßen.

Das Schützenfest im Juni begann wieder mit einem Heimatabend im Schützenzelt. Am Sonntag, dem 23., und Montag, dem 24. Juni fanden die Schützenumzüge durch die Straßen Bilks statt. Unsere Beteiligung war wieder beachtenswert. König des Bilker Regimentes wurde der allseits geschätzte Apotheker Willi Knell. Leider sollte er seinen Krönungsball nicht mehr erleben, denn 17 Tage nach seinem Königsschuss am 12. Juni ging er von uns und wurde am 17. Juni unter großer Beteiligung der Bilker Bürger auf dem Südfriedhof beigesetzt. An den Schützentagen holte Franz Ketzer den Klotz des Bilker Ehrenvogels, und unser Kamerad Willi Schumacher schoss den Klotz des Schmitze-Backes-Gedächtnisvogels. Unser Freund Richard Krause trat unserer Gesellschaft bei und Fritz Spinrad stieß von den 4. Grenadieren zu uns. Kompaniekönig wurde am 7. September in Lohausen unser Fahnenträger Willi Heinen. Nach dem gekonnten Königsschuss wurde unsere neue Majestät unser großem Jubel mit einer Schubkarre durch Lohausen gefahren.

Der Krönungsball in der Rotisserie von Stockheim in der Friedrichstraße am 7. Dezember nahm einen schönen Verlauf. Hauptmann Franz Ketzer konnte viele Ehrengäste begrüßen. Im festlich geschmückten Saal wurden Willi und Marlis Heinen von Karl Reismann, dem Schützenkönig von Stadtmitte, gekrönt.

1969

Auch in diesem Jahr wuchs die Gesellschaft an Mitgliedern. Mario Tranti und Helmut Tews wurden als neue Mitglieder aufgenommen. Ein Tag der Freude für die Kompanie war der 15. Mai, denn an diesem Tag, Christi Himmelfahrt, konnten die Kameraden mit Stolz ihre neue Fahne in unsere alte Martinskirche tragen, um dort in einer festlichen Stunde durch Kaplan Hardegen die kirchliche Weihe vornehmen zu lassen. Am Abend versammelten sich alle Kompaniemitglieder mit ihren Familien und vielen Gästen in der Rotisserie. Schützenchef Jakob Faasen nahm mit Kennerblick die Fahne in Augenschein und freute sich, dieses schöne Zeichen der Schützengesellschaft Bilker Heimatfreunde am kommenden Schützenfest in die Obhut des Regimentes zu übernehmen.

Das Bilker Schützenfest vom 21. bis 24. Juni nahm wieder einen harmonischen Verlauf. Neuer König des Regimentes wurde Klaus-Jürgen Heinze. Der Krönungsball für ihn und seine Frau Margret fand am 26. September in der Rheinhalle statt.

Neuer Kompaniekönig unserer Gesellschaft wurde am 19. September am Gantenberg unser Kamerad Rudi Schrief. Der Krönungsball für ihn und seine liebe Else war am 24. Oktober im Hause „zum Burggrafen“. Er nahm einen besonders schönen Verlauf.

Die bereits traditionell gewordene Nikolausfeier am 8. Dezember führte zum Jahresausklang noch einmal alle Kameraden mit ihren Frauen zu einem gemütlichen Beisammensein zusammen.